Wirksame Förderung braucht Partizipation - Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung
- Regula Wolf

- vor 1 Tag
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Förderstrategien richten sich an Fördernehmende, entwickelt werden sie jedoch von Fördergebenden. Unsere Erfahrung zeigt: Wer den Entwicklungsprozess bewusst öffnet, erzielt tragfähigere Resultate. Partizipation trägt massgeblich zu einem besseren Resultat bei. Sie verbessert die gesellschaftliche Wirkung von Förderung, erhöht die Akzeptanz und stärkt die Legitimität. Zugleich bewegt sich Förderung in einem Umfeld, das sich dynamisch verändert. Wer langfristig relevant bleiben will, muss zuhören, reflektieren und bereit sein, dazuzulernen. Partizipation ist deshalb kein blosser Zusatz, sondern ein hilfreicher Bestandteil einer zeitgemässen Förderpraxis.
Klar starten
Zur Entwicklung einer partizipativen Förderstrategie können Fördergebende zentrale Stakeholder an einen runden Tisch bitten. Eine gelingende Beteiligung beginnt allerdings vor dem ersten Workshop. Sie braucht klar formulierte Ziele, einen realistischen Zeitplan und transparente Kommunikation. Wer wird einbezogen – und mit welchem Auftrag? Geht es um Beratung, um Konsultation oder um Mitentscheidung? Diese Klarheit schafft Vertrauen und macht den Prozess nachvollziehbar. Sie signalisiert zudem Wertschätzung für die Zeit und Expertise der Beteiligten. Wo sinnvoll, sollte diese Mitwirkung auch finanziell anerkannt werden.
Die richtigen Stimmen einbeziehen
Einbezogen werden sollten sowohl Vertreter:innen der Fördernehmenden als auch zentrale Stakeholder aus dem thematischen Umfeld. Das können Vertreter:innen der Behörden sein (die ja in der Schweiz meist den Hauptteil der Finanzierung von NPO tragen und mit denen eine Koordination unentbehrlich ist), Vertreter:innen von Ausbildungs- oder Forschungsinstitutionen, von Wirtschaft oder von Förderstiftungen. Unterschiedliche Perspektiven erweitern den Blick und helfen, blinde Flecken sichtbar zu machen. Entscheidend ist weniger die Form als die Qualität des Austauschs. Wichtig ist eine Gesprächskultur, in der alle zu Wort kommen, Beiträge aufgegriffen und weiterentwickelt werden. So entsteht echter Dialog statt eine Anhäufung von nebeneinander stehenden Meinungen. Resultat ist im Idealfall nicht nur die neue Förderstrategie, sondern ein neu lancierter Dialog, der zum besseren gegenseitigen Verständnis beiträgt und weiterhin gepflegt wird.
Anonymes Feedback als Einstieg oder Ergänzung
Eine anonyme Umfrage kann ein niederschwelliger erster oder ergänzender Schritt sein. Zwischen Fördergebenden und Fördernehmenden besteht immer ein strukturelles Machtgefälle. Anonymität schafft hier einen geschützten Raum für ehrliches Feedback. Gefragt werden kann nach aktuellen thematischen und organisationalen Herausforderungen, der Zusammenarbeit, dem administrativen Aufwand oder konkreten Verbesserungsvorschlägen. Solche Rückmeldungen liefern wertvolle Hinweise für gezielte Weiterentwicklungen.
Zweite Partizipationsrunde für den Entwurf der neuen Förderung
Sind die Bedarfe und Herausforderungen gesammelt und steht der Entwurf der neuen Förderstrategie, empfiehlt es sich, diesen in einer zweiten Runde mit den Fördernehmenden und den Vertreter:innen aus dem Umfeld zu spiegeln. Machen die Förderkriterien so Sinn? Sitzt der Förderprozess? In dieser zweiten Runde werden nochmals wichtige Inputs gesammelt, bevor die neue Förderung an den Start geht.
Partizipation ist eine Investition – in Vertrauen, in Qualität und in eine Förderung, die Zukunft aktiv gestaltet.
👉🏽 Ein schönes Beispiel für eine partizipative Entwicklung ist die Förderung der Digitalen Kultur im Kanton Zürich. Hier ist der Prozess einsehbar.




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